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2003 – Ein Menschenleben nach András Sütő



Am 6. September 1944 hört man Kanonendonner im Hotter des Dorfes vom Glöckner Demeter Zászlós und seiner Frau Máriskó. Der rumänische Wachtmeister befiehlt Demeter, das Zeichen der Treue zum Staat, die rumänische Flagge im Kirchenfenster zu hissen. Den Soldaten der ungarischen „Besatzungsarmee”, die die rumänische Flagge vom Kirchenturm entfernen will, erschießt man. Minutenlang dauert schon das Gefecht, bis es sich herausstellt, dass es keinen Feind gibt, sie haben einander beschossen. Die Schuld hat Demeter, der zu Beginn des Stückes von zwei Gendarmen zum Weiher begleitet wird: er soll erschossen werden. Den Soldaten tut es Leid um ihn, sie sind ja auch Ungarn und handeln mit Demeter eine „Lösung” aus: Zeigt er seinen größten Feind unter den Rumänen des Dorfes, so wird der an seiner Stelle erschossen. Alte, scheinbar längst vergessene Wunden reißen in Demeter auf. Er erinnert sich, wie ihn seine hübsche, junge Braut Máriskó mit dem stattlichen jungen Rumänen Costan Pavel betrogen hat, wie sie ohne Gottes Segen zusammengelebt haben, bis dann die unverhoffte Schwangerschaft und die sprachlichen, ethnischen und konfessionellen Gegensätze die junge Frau zu ihm zurückgetrieben haben. Er liebte sie trotz ihrer Untreue und heiratete sie. Es fällt ihm auch ein, wie er wegen dieser vermeintlichen Torheit und seiner Armut vom Dorf jahrzehntelang verspottet wurde, und auch sein Söhnchen Jánoska sterben musste. Er schwört Rache gegen Costan, deren Leben am Dorfrand mit seiner neuen Familie in Glück verlaufen ist. Er führt die Gendarmen zu Costan, betritt das Haus, worüber er so viel geträumt hat, sieht ihm in die Augen und fragt, ob er zu Hause sei. Nach langer Pause antwortet Costans alte Frau mit einem „nein”. Demeter nickt und betritt seinen letzten Weg mit dem sonderlichen Gefühl, „irgendwie doch dem Schicksal entkommen zu sein”.

Besetzung:

Demeter – Péter Gyülvészi, Tamás Rietling

Costan Pavel – Dávid Csépke, Sándor Gyarmati, Gábor Radó

Máriskó – Kinga Fekete, Viki Hubai

Anicuta – Kata Dér

Soldat, Schwägerin – Gerda Pohánka

Károly Kocsis, rumänischer Notar – Márton Kókai, Frida Pohánka

Obersturmbandführer – Tamás Cserhalmi

Gendarm I. – Ádám Sáfár

Gendarm II. – Péter Fonyódi

 

Ton und Beleuchtung: Levente Bálint, Dániel Vigmann

Innere Stimme – Peter Schaffert

Spielleitung: Tímea Faragó